Wellenfront - Was ist das?
Wellenfrontfehler sind Unebenheiten einer Wellenfront. Diese Aberrationen führen zu Verzerrungen des Netzhautbildes und können mit einem Aberrometer gemessen werden. Dabei ist der Pupillendurchmesser wichtig: je größer der Durchmesser, desto mehr können Unregelmäßigkeiten von Hornhaut, Tränenfilm und Linse eine Rolle spielen. Dabei unterliegen die bei einem normalen Auge vorhandenen sphärischen Aberrationen einer laufenden Veränderung bedingt durch Alter und Änderung der Optik (Hornhaut-Linsentrübung, Tränenfilm). Bei jungen Augen entfallen 90% auf sphärisch-zylindrische Fehlsichtigkeiten, nur 9 % auf sphärische Aberrationen und Coma, 1% auf Aberrationen höherer Ordnung. Der RMS-Wert ist hierbei unter 0,3µm. Mit zunehmendem Alter treten hier deutliche Veränderu ngen infolge von Veränderungen von Hornhautoberfläche, Linse, Pupillenweite auf, was zu deutlichen Veränderungen des RMS Wertes führt. Derartige Aberrationen können sich in manchen Bereichen auch gegenseitig wieder aufheben. Der Sehvorgang ist also multidimensional. Es spielen sehr viele Faktoren eine Rolle, die trotz der oben gemachten Ausführungen keineswegs alle messtechnisch erfassbar sind.
Ein Wellenfrontfehler beeinflusst durch Kontrastempfindlichkeits-verschiebung die Güte des Netzhautbildes, das durch individuelle Faktoren unseres visuellen neuralen Cortex entscheidend mit beeinflußt wird.
Eine wellenfront geführte Lasik führt zu weniger neuinduzierten Aberrationen, teilweise besserem Kontrastsehen, ist aber keineswegs in allen Fällen sinnvoll. Für die Behandlung viel wichtiger als der gesamte Wellenfrontfehler des Auges ist der durch die Hornhaut bedingte Wellenfrontfehler.
Ziel jeglicher Korrektur ist die Änderung der Brechkraft der Hornhaut, wobei die prolate Form der Hornhaut erhalten bleiben soll und auch keine neuen sphärischen Aberrationen induziert werden sollen. Dies geschieht durch Abtragungsprofile entsprechend der Hornhautkrümmung sowie durch entsprechende Steuerung der Laserenergie. Größere optische Zonen lassen sich so behandeln.
Eine maßgeschneiderte (customized) Lasik ist sinnvoll bei:
- geringer bis mittlerer Kurzsichtigkeit bis ca. minus 6 Dioptrien - großer Pupillenweite von über 6 mm - RMS Wert über 0,3µm - klaren Zernike Polynomen - evtl. Simulation des Abtragungsprofils mit Raytracing präoperativ - asphärischem Abtragprofil mit geringstem Abtrag - genauer Übertragung der meist im Sitzen gewonnenen Messdaten durch Ausgleich von Cyclorotation des Auges(„dynamische Iriserkennung“) im Liegen
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