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Aberration - Wie misst man Wellenfront Fehler?

Meßmethoden von Wellenfrontfehlern/Aberrationen

Während beim Standard-Profil nur die sphärisch-zylindrischen Brechungsfehler berücksichtigt werden, wird bei der wellenfrontgeführten Behandlung aus der Messung der
Aberrometrie des Auges ein Abtragsprofil konstruiert, das zusätzlich vom Lasercomputer beim Abtrag berücksichtigt wird.

Bei der Wellenfrontmessung gibt es vor allem zwei Systeme:
1. Hartmann-Shack: ein Laserstrahl wird auf der Netzhautmitte abgebildet, das zurückgeworfene Bild durch ein Mikrolinsensystem von einer CCD-Kamera aufgefangen: im Idealfall gleichmäßiger Abstand der Punkte voneinander, bei Aberration verschiebt sich der Abstand der Punkte zueinander, woraus der Wellenfrontfehler berechnet wird
2. Tscherning: eine Testmarke wird auf der Netzhautmitte abgebildet, die „Verzerrung“ des entstandenen Bildes wird von einer CCD-Kamera direkt auf der Netzhautmitte gemessen, woraus dann der Wellenfrontfehler berechnet wird.

Für jeden untersuchten Punkt kann also eine Abweichung zum Punkt einer idealen aberrationsfreien Wellenfront berechnet werden. Diese rein qualitativen Veränderungen müssen für eine Behandlung noch berechnet werden. Dies geschieht durch Kreispolynome des Physikers Zernike. So kann jedes Polynom (Kreispunkt) durch eine radiale Komponente und eine Winkelfrequenz berechnet werden. Es gibt unendlich viele Polynome( 1. bis x-te Ordnung). Für die klinische Praxis reicht eine Berücksichtigung 1.-5. Ordnung  aus(Basis-Polynome), denn hier finden sich die meisten Abbildungsfehler des Auges:
- sphärische Fehlsichtigkeit, Defokus (Kurz-, Weitsichtigkeit)
- astigmatische Fehlsichtigkeit (Astigmatismus, kleeblattförmige Veränderungen wie Trifoil etc.)
- prismatische Fehler
- sphärische Aberration
- Coma

Sphärische Aberrationen 


Aberrationen 1. und 2. Ordnung sind  solche niedriger Ordnung, Korrektur ist mit Brillengläsern möglich  im Gegensatz zu denen der 3. Ordnung und höher.
Die Anpassung der Zernike-Polynome an die hornhauttopographisch ermittelten Höhendaten ergibt die Darstellung der optischen Wirkung an der Hornhautoberfläche, so dass sich unregelmäßige Hornhautveränderungen wie z.B. Keratoconus genau berechnen lassen (corneale Wellenfront). Wichtig dabei ist die Tatsache, dass diese Wellenfontmessung immer nur für den jeweiligen Pupillendurchmesser gilt, eine andere Pupillenweite kann ganz andere Messdaten liefern.

Coma
Der Wellenfrontfehler ist also die Summe der einzelnen Polynome, die als sog. Koeffizienten mit positivem oder negativem Vorzeichen dargestellt werden. Je größer ein Koeffizient ist, desto stärker ist der Abbildungsfehler.
Da der Wellenfrontfehler aus vielen solchen Koeffizienten besteht, müssen alle diese Koeffizienten, die positiv oder negativ sein können, hinsichtlich ihrer optischen Wirkung berücksichtigt werden, was als Interaktion bezeichnet wird. Daraus ergibt sich , dass sich Aberrationen niedriger und höherer Ordnung in der optischen Wirkung beeinflussen bzw. sich auch gegenseitig aufheben können. Ein gutes Beispiel dafür sind sphärische Aberrationen von Hornhaut und Linse.

Letzte Bearbeitung: 25-03-2008

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