Was versteht man unter einem Wellenfront-Fehler?
Wenn ideale optische Verhältnisse vorliegen, werden aus dem Unendlichen parallel einfallende Lichtstrahlen in einem Brennpunkt als ein Punkt abgebildet. Licht ist eine elektromagnetische Welle. Verbindet man phasengleiche aus dem Unendlichen parallel einfallende Lichtstrahlen miteinander, so ergibt sich objektseitig eine ebene Fläche, die als Wellenfront bezeichnet wird. Die Wellenfront steht immer senkrecht zum Lichtstrahl, ist also von deren Richtung abhängig. Da die Lichtstrahlen im Auge konvergieren, wird aus der vor dem Auge liegenden ebenen Wellenfrontform eine konvergente Wellenform im Auge.

Alle Abweichungen von einer Idealform werden als Wellenfrontfehler oder Wellenfrontaberration bezeichnet. Beispiel: bei reiner Kurzsichtigkeit ist die Wellenfront symmetrisch stärker gekrümmt, bei Weitsichtigkeit weniger gekrümmt als bei Normalsichtigkeit. Eine asymmetrische Verteilung wird Coma genannt. Eine symmetrisch unterschiedliche Brechkraft im Pupillenzentrum und Pupillenrandbereich wird sphärische Aberration genannt. Derartige Aberrationen lassen sich mit sphärisch zylindrischen Brillengläsern nicht korrigieren.
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