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Anwendung und Deutung der Wellenfrontmessung Aberrationen 1. und 2. Ordnung sind solche niedriger Ordnung, Korrektur ist mit Brillengläsern möglich im Gegensatz zu denen der 3. Ordnung und höher. Die Anpassung der Zernike-Polynome an die hornhauttopographisch ermittelten Höhendaten ergibt die Darstellung der optischen Wirkung an der Hornhautoberfläche, so dass sich unregelmäßige Hornhautveränderungen wie z.B. Keratoconus genau berechnen lassen (corneale Wellenfront). Wichtig dabei ist die Tatsache, dass diese Wellenfontmessung immer nur für den jeweiligen Pupillendurchmesser gilt, eine andere Pupillenweite kann ganz andere Messdaten liefern.
Der Wellenfrontfehler ist also die Summe der einzelnen Polynome, die als sog. Koeffizienten mit positivem oder negativem Vorzeichen dargestellt werden. Je größer ein Koeffizient ist, desto stärker ist der Abbildungsfehler. Da der Wellenfrontfehler aus vielen solchen Koeffizienten besteht, müssen alle diese Koeffizienten, die positiv oder negativ sein können, hinsichtlich ihrer optischen Wirkung berücksichtigt werden, was als Interaktion bezeichnet wird. Daraus ergibt sich, dass sich Aberrationen niedriger und höherer Ordnung in der optischen Wirkung beeinflussen bzw. sich auch gegenseitig aufheben können. Ein gutes Beispiel dafür sind sphärische Aberrationen von Hornhaut und Linse. Die Güte des Netzhautbildes hängt also von vielen Faktoren ab. Die Summe dieser Einzelkoeffizienten im Quadrat ergibt den RMS Wert (root mean square). Der RMS-Wert des gesamten Wellenfrontfehlers ist die mittlere Abweichung aller Koeffizienten von der idealen Wellenfront, gemessen in µm, wobei der Wert 0 die ideale Wellenfront darstellt. Eine Beurteilung der optischen Qualität ist damit ebenso nicht möglich. Weitere Messverfahren: MTF (modulation transfer function): dabei können Bild-/Objektkontrast objektiv für jedes optische System gemessen werden (Kamera, Fernglas) PSF (point spread function) : Güte/Kontrast des Bildes hinsichtlich Verwaschung. Dabei gibt das STREHL-Verhältnis die Lichtverteilung auf der Netzhaut wider: wenn bei Aberrationen die Lichtenergie auf eine größere Fläche (mehrere „Punkte“) verteilt wird, ist der Wert niedriger als wenn sie nur in einem Punkt gipfelt wie bei der aberrationsfreien Wellenfront. CSF (contrast sensitivity function): versucht den neuralen, visuellen Cortex und psycho-physische Komponenten mit einzubeziehen.
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